Tamilische HSK-Lehrpersonen diplomiert

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Rund 100 tamilische Lehrpersonen für Heimat, Sprache und Kultur (HSK) feierten ihre Diplomierung an der PH Zürich.

Gekleidet in goldgelbe, violette und grüne Talare, nahmen die frischgebackenen HSK-Lehrpersonen am ersten Septemberwochenende ihr Lehrdiplom im grossen Hörsaal der Pädagogischen Hochschule Zürich entgegen. Die Feier fand in Anwesenheit von Heinz Rhyn, Rektor PH Zürich, und Claudia Ulbrich, HSK-Verantwortliche VSA, statt. Wiltrud Weidinger, Co-Leiterin des Zentrums International Projects in Education (IPE) der PH Zürich, richtete Gratulations- und Grussworte an die Anwesenden und stellte die grenzübergreifende Kooperation der an der Ausbildung beteiligten Organisationen vor.

Kooperative Ausbildung

Die Lehrpersonen für den tamilischen herkunftssprachlichen Unterricht (HSK) in der Schweiz werden vom Tamil Education Service Switzerland (TESS) und der indischen Sri Ramaswami Memorial University (SRM) gemeinsam ausgebildet. Die indische SRM University setzt die Standards für eine qualifizierte Ausbildung der tamilischen HSK-Lehrpersonen. Das Tamil Education Service Switzerland (TESS) koordiniert deren Einsatz in der Schweiz und bietet Weiterbildungen an.

Für den HSK-Unterricht für junge Tamilinnen und Tamilen in der Schweiz spielt auch die PH Zürich eine zunehmend bedeutendere Rolle. Das IPE hat im Auftrag des Bundesamtes für Kultur (BAK) Materialien für den HSK-Unterricht entwickelt und bereitgestellt. Noch verwenden die tamilische HSK-Lehrpersonen ausschliesslich ihr eigenes Lehrmittel. Doch Parthipan Kandasamyl, Koordinator bei TESS, möchte in Zukunft auch die vom IPE entwickelten Unterrichtsmaterialen im HSK-Unterricht einsetzen: «Wir hoffen, dass wir bis Ende Jahr alle sechs Bände übersetzt haben», sagt er. Auch in Bezug auf die Lehrpläne möchte der Tamil Education Service Switzerland künftig näher mit der PH Zürich zusammenarbeiten.

Grosse Nachfrage und hohe Motivation

Eine zunehmende Zahl junger Tamilinnen und Tamilen lebt bereits in dritter Generation in der Schweiz. Dennoch wird der Bezug zu den kulturellen Wurzeln über alle Generationen hinweg als bedeutsam eingeschätzt und die Nachfrage nach Unterricht in tamilischer Sprache und Kultur entsprechend hoch. Parthipan Kandasamy ist davon überzeugt, dass die Förderung der Muttersprache das Erlernen der Zweitsprache erleichtert. Seine These findet Unterstützung in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen.

Laut Parthipan Kandasamy, besuchen zurzeit 5400 junge Tamilinnen und Tamilen HSK-Klassen in der Schweiz. Sie werden in 107 Schulhäusern von insgesamt 425 Lehrpersonen unterrichtet. «Die Kinder und Jugendlichen lernen gerne mehr über ihre Sprache und Kultur», bemerkt Kandasamy. Entsprechend gäbe es auch keine Probleme, die jungen Menschen zum HSK-Unterricht zu motivieren, obwohl die Lektionen jeweils in ihrer Freizeit stattfinden. Laut dem TESS-Koordinator findet der heimatsprachliche Unterricht auch seitens der Eltern grosse Unterstützung: «Sie schicken ihre Söhne und Töchter gerne in den Unterricht, damit sie sich mit ihnen in gutem Tamilisch unterhalten können».

 

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https://phzh.ch/de/ueber-uns/Medien/News/2017/09/tamilische-hsk-lehrpersonen-diplomiert/

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