500 Tage, 12’000 Stunden, 720’000 Minuten, 43’200’000 Sekunden

0

Einen geliebten Menschen zu verlieren, zerstört einen, denn man weiss nicht, was mit Ihm passiert ist und diese Erkenntnis ist viel schlimmer.

Tage vergehen und die Zeit vergeht. Trotz dieser schlimmen Tragödie geht das Leben weiter. Aber was ist mit den Hinterbliebenen? Sie warten voller hoffnung auf die Rückkehr ihrer Geliebten. Sie weinen und weinen und suchen. Sie beten, hoffen und protestieren umsonst. Was ist ihre einzige Bitte? Die Wahrheit über ihre Lieben herauszufinden, die seit so vielen Jahren vermisst werden und für die grausamen Taten, die ihnen wiederfahren sind, für Gerächtigkeit zu sorgen. Zu wissen, was mit ihnen passiert ist, hilft ihnen endlich zu trauern und damit abzuschliessen. Eine legitime Anfrage. Aber bis jetzt, gibt es noch nichts. Keine Antwort. Keine Schritte. Keine Rücksicht.

Mehr als 100.000 überwiegend tamilische Menschen verschwanden während des Krieges unter schrecklichen und mysteriösen Umständen. Nach Angaben des UN-Ausschusses, sei Irak das zweite Land für das Verschwindenlassen in Sri Lanka. Irak ist auch das Land, das die meisten Beschwerden über das Verschwindenlassen von Menschen hat.

Seit mehr als 500 Tagen protestieren tamilische Familien vermisster Personen in Kilinochchi, gefolgt von den Familien in Mullaitivu, Marunthankerny, Trincomalee und Vavuniya. Die meisten von ihnen sind ältere Menschen, überwiegend Frauen, die am Straßenrand sitzen und unter schrecklichen Bedingungen nach Antworten suchen, was am grundlegendsten ist: Nach der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

Der Protest wurde am 19. Februar 2017 von mutigen und entschlossenen tamilischen Frauen initiiert, die der Lässigkeit der srilankischen Behörden folgten, die nichts streng umgesetzt haben, um nach den vermissten Personen zu suchen. Seit Jahren bereisen diese Frauen das Land, besuchen Militärlager, Polizeibüros, NGOs, suchen nach ihren Verwandten und suchen nach Antworten. Sie nahmen auch im Juni 2018 während der 38. Sitzung des Menschenrechtsrats an der UN teil und berichteten über ihre Forderungen und der bisherigen Situation.

Im Jahr 2015 hatten Frauen gehofft, dass das Regime des neuen Präsidenten Sirisena auf ihren Kampf reagieren würde. Im Juni 2017 trafen die Verantwortlichen der Familienverbände der vermissten Personen auf den Präsidenten, der sagte, dass er ihre Anträge begrüßen und eine Liste geheimer Haftanstalten erstellen würde, in denen ihr Status und die Liste der Inhaftierten aufgeführt sind und die Gefangenen schließlich freigelassen werden, des Gesetzeswegen zur Verhinderung des Terrorismus (PTA). Trotz dieser Versprechen, die später wiederholt wurden, wurden keine Fortschritte gemacht. Aufgrund dieser Tatsache bestand keine Zweifel, dass sie beschloßen, nach ihren eigenen Mitteln zu greifen.

Ein Amt für vermisste Personen wurde im März 2018 von der srilankischen Regierung eingerichtet. Familien, die das Vertrauen in dieses System von srilankischen Regierungskommissionen verloren haben, sehen es eher als Mittel zur Befriedigung der internationalen Gemeinschaft als eine Antwort auf ihre Sache.

Zur Unterstützung dieser Familien von Vermissten traf sich die tamilische Diaspora am 30. Juni und 1. Juli in Toronto, New York, London, Berlin und Zürich fragte nach der Wahrheit und Gerechtigkeit. Es ist wichtig, sowohl die Diaspora als auch die internationale Bevölkerung für das Leid dieser Familien zu sensibilisieren, Solidarität zu zeigen und Druck auf die srilankische Regierung auszuüben, um den Forderungen der Familien gerecht zu werden, insbesondere jenen, die um Hilfe bitten. Die Aufstellung einer Liste der inhaftierten und übergebenen Personen und eine Liste der ehemaligen und geheimen Haftanstalten wird der erste wichtige Schritt sein.

Nicht nur diese Frauen werden nach Gerechtigkeit anstreben, sondern auch wir.

Share.

Comments are closed.